Things 3 Review: Die schönste Todo-App für Apple-Nutzer
Die meisten Todo-Apps sehen aus wie ein schlecht gepflegtes Tabellendokument. Things 3 von Cultured Code nicht. Die App hat seit ihrem Launch einen fast schon fanatischen Fankreis – und das hat seinen Grund. Aber sie ist auch nicht für jeden das Richtige. Hier ist, was du wissen musst, bevor du Geld ausgibst.
Design, das tatsächlich einen Unterschied macht
Things 3 ist schlicht die am sorgfältigsten gestaltete Todo-App im Apple-Ökosystem. Kein überladenes Dashboard, keine Ablenkung durch bunte Labels und Fortschrittsbalken. Stattdessen: klare Typografie, durchdachte Abstände, ein Interface, das sich wie ein gutes Notizbuch anfühlt.
Das ist kein reines Ästhetik-Argument. Wenn eine App angenehm aussieht, öffnest du sie öfter. Und eine Todo-App, die du regelmäßig öffnest, funktioniert besser als eine, die du meidest. Things 3 hat diesen psychologischen Vorteil gegenüber funktional stärkeren, aber optisch ermüdenden Konkurrenten wie Todoist oder TickTick.
Einmaliger Kauf statt Abo – was das bedeutet
Things 3 kostet einmalig: 10 € für iPhone, 20 € für iPad, 50 € für Mac. Zusammen also bis zu 80 €, wenn du alle Geräte nutzt. Das klingt erst nach viel – verglichen mit Todoist Pro (ca. 48 € pro Jahr) ist es das aber nicht. Nach zwei Jahren hast du mit Things schon gespart, und die App gehört dir.
Kein Abo bedeutet auch: keine Angst vor Preiserhöhungen, kein Gefühl, für Features zu zahlen, die du nicht nutzt. Cultured Code hat Things 3 seit 2017 mit kostenlosen Updates weiterentwickelt. Das ist kein garantiertes Geschäftsmodell für die Zukunft, aber bisher haben sie es durchgehalten.
Was Things 3 wirklich kann
Die Kernfunktionen sind durchdacht und reichen für die meisten Nutzenden vollkommen aus:
- Bereiche und Projekte: Du kannst Aufgaben in Projekte bündeln und diese wiederum in Bereiche gruppieren – z. B. "Arbeit" mit Projekten wie "Website-Relaunch" oder "Quartalsbericht".
- Heute-Ansicht: Morgens siehst du auf einen Blick, was heute ansteht. Fälligkeitsdaten und manuell eingeplante Aufgaben landen automatisch dort.
- Wiederholungsaufgaben: Flexibel konfigurierbar – täglich, wöchentlich, nach Erledigung.
- Schlagwörter: Statt starrer Kategorien kannst du Aufgaben mit frei definierbaren Tags versehen, z. B. "@Telefon" oder "@Warten".
- Quick Entry: Per Tastenkürzel öffnet sich ein kleines Eingabefenster am Mac – Aufgabe tippen, Enter, fertig.
Die App unterstützt außerdem Checklisten innerhalb von Aufgaben und Kopfzeilen in Projekten, mit denen du größere Vorhaben strukturieren kannst. Das reicht für komplexe Projekte überraschend weit.
Was fehlt – und das ist kein Kleingedrucktes
Things 3 läuft ausschließlich auf Apple-Geräten. Kein Web-Interface, kein Android, kein Windows. Wer am Arbeits-PC auf Windows sitzt oder sein Android-Tablet nutzt, schaut in die Röhre. Das ist kein Fehler der App, aber ein echter Ausschlussgrund für viele.
Auch Kollaboration fehlt komplett. Du kannst keine Projekte teilen, keine Aufgaben zuweisen. Things 3 ist ein persönliches Produktivitäts-Tool, kein Team-Tool. Wer gemeinsam mit anderen plant, braucht etwas anderes – oder kombiniert Things mit einem separaten Team-Tool.
Ebenfalls nicht vorhanden: Kalenderintegration, die wirklich tief geht, und ein nativer E-Mail-to-Task-Flow wie bei Todoist oder OmniFocus. Per URL-Schema und Shortcuts lässt sich vieles nachrüsten, aber das erfordert Aufwand.
Für wen Things 3 passt
Kurz gesagt: für Apple-only-Nutzer, die alleine arbeiten, Wert auf Design legen und kein Abo wollen. Wenn du iPhone und Mac täglich nutzt, privat organisiert bleiben willst und Oberflächen schätzt, die nicht nerven – dann ist Things 3 schwer zu schlagen. Wer hingegen plattformübergreifend unterwegs ist oder im Team plant, sollte sich Alternativen ansehen.
Falls du noch grundlegender anfangen willst, bevor du Geld ausgibst: Unser kostenloses druckbares Todo-Template hilft dir zu klären, welche Struktur du überhaupt brauchst.
Fazit
Things 3 ist keine App für jeden – aber für die richtige Zielgruppe ist sie kaum zu überbieten. Das Design ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger konsequenter Arbeit. Einmaliger Kauf, solider Funktionsumfang, null Ablenkung. Wenn du im Apple-Ökosystem lebst und eine persönliche Todo-App suchst, ist Things 3 das Geld wert.